Lothars wahre Lügengeschichten

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Die Pommes und der Alte Fritz.

Es war einmal ein alter, klappriger König. Er trug einen großen Dreispitzhut und einen großen Orden, der ihm schwer war und ihn heftig in seinen Rücken beugte. Sein Gehstock knackte jammernd unter dieser Last.

Es war der Alte Fritz.

Und er liebte sein Volk, noch mehr aber seine Windhunde. So lebte er in aller Herrlichkeit und ohne Sorge mit ihnen zusammen in seinem Sommerschloss „Sang - Susi", (Sanssouci) in der Nähe Berlins.

Er hörte von ferne, wenn der Wind ungünstig wehte, auf seinem j-w-d (janz weit draussen) bell-we-der (belvédère) die Klagen seiner Untertanen:

„Wir wollen Bürgersteige statt Trotte - wars!" (Trottoir)
„Wir wollen Geldbeutel, gefüllte, statt Port - mo - nees!" (Portemonnaie)
„Wir wollen Schrippen statt Butta Kros - songs!" Brötchen / (Croissant) = Hörnchen
„Wir wollen Bedürfnisanstalten für Männer statt Pis...!" (Pissoir)
„Wir sind das V...!" Aber nein, dass kommt erst später!

Aber er hörte nicht, denn er hörte schwer und zuhören war ihm eine unpreußische Tugend.

So brachte er von einer diplomatischen Gaumen - Reise ein paar Pommes aus Teer für sein hungerndes Volk aus Frankreich mit.

Doch sie wollten nichts mehr aus Frankreich und meuterten:

„Wir wollen Curry - Würste!" Aber das ist eine andere Geschichte!

Ächzend nahm er den Dreispitz vom Kopfe, was er immer tat, wenn er selbst nachdenken musste und begann:

„Vergrabe ich doch die Knollenfrucht vor ihren hungrigen Augen in der „Brandenburger Streusandbüchse" und lasse das Feld von „Langen Kerls" bewachen, damit sie für meine Untertanen wertvoll erscheinen!"

Aber das Volk schrie: „Wir wollen Bulletten (Bouletten?) statt Schan - darme (Gendarmen)!"

Doch weibliches Wachpersonal war noch nicht ersonnen. Also bekam das Volk die männliche Variante. Die jedoch hatte die stricke Anweisung sich mit ihren Bajonett geschmückten Gewehren („Vater" aller Pommespieker?) umzudrehen, damit die vergrabenen Pommes aus Teer (Kartoffel) bequem geklaut werden konnten.

Es war eine List und er hoffte, dass die Neugierde und ihre Hunger sie belehrte und lies wohlwollend Speiseöl ausgeben, damit die schmählich verachten Kartoffelstäbe von ihnen frittiert werden konnte.

Wundersam, ja, nach diesem 1756 gegebenen „Kartoffelbefehl", mundete dem Volke diese fremde Köstlichkeit mit einer Priese Salz und aus lauter Freude über den königlichen Wohlgeschmack tauften sie die Pomme de teere in Dankbarkeit auf den Namen:

Pommes - Fritz

Potz Blitz Potsdam, is ja kolossal!

 

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